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Geschichte
Auf dem linken Elbufer zwischen Pirna und Dresden den
tritt der sanfte Höhenzug, der das Flusstal bisher in angemessener
Entfernung begleitet hat, bei Heidenau näher an die Elbe heran. Der Raum
zwischen Hang und Fluss ist dadurch so schmal, dass die Industriebetriebe,
die sich hier angesiedelt haben, mit ihren Hallen, Stapelplätzen und
Gleisanlagen fast die ganze Fläche einnehmen. Der industrielle Charakter
dieses Uferabschnitts passt so gar nicht zu der Vorstellung, dass auf dem
Höhenrücken darüber eine der bedeutendsten Parkschöpfungen des deutschen
Barock liegt, und eine der wenigen unberührten. Unberührt heißt in diesem
Fall, dass die Hand des Gärtners unaufhörlich gegen das natürliche Wachstum
von Baum, Strauch und Grün vorgehen musste, um den alten Garten in seiner
französisch-architektonischen Struktur zu erhalten.
Die Arbeiten am Gebäude waren noch 1719 in Gang gekommen,
teilweise auch die Anlage des Gartens, nachdem eine Anzahl Bauerngrundstücke
zwangsenteignet worden waren, und das Schlösschen war im Jahr darauf im
Rohbau fertig. Wackerbarth beabsichtigte, sich hier einen Ruhesitz zu
schaffen. Aber dazu sollte es nicht kommen. Schloss und Park waren in einem
längst noch nicht vollendeten Zustand, da kaufte August der Starke ihm 1723
das Ganze ab. Geht man den Besitzverhältnissen der königlichen Bauten dieser
Zeit nach, kann man häufig feststellen, dass der König Neubauten seiner
Minister und Günstlinge, oft noch während der Bauarbeiten, erwarb, wie auch
beim Holländischen Palais oder Schloss Übigau, und man darf annehmen, dass
sie sie ohne Tränen dem König hingaben und eher mit dessen Bauleidenschaft
spekulierten.
Noch vor Jahren befand sich der Eingang zum Park beim Gärtnerhaus. Da das
großzügige geplante Schlossprojekt, wie wir noch sehen werden, unvollendet
blieb, kam es auch zu keinem repräsentativen Eingang - ein Zustand, der fast
zweieinhalb Jahrhunderte unverändert blieb, bis sich im Jahre 1960 eine
großartige Gelegenheit bot.
Als damals in Dresden die Wilsdruffer Straße erweitert wurde, machte es sich
erforderlich, das Portalgewände mit den beiden Delphinbrunnen am Landhaus
abzubauen. Auf Veranlassung des Instituts für Denkmalpflege Dresden wurde
die Anlage, ein Werk des Bildhauers J. Chr. Feige d. J. (1720- 1788) in
Großsedlitz als würdiger Eingang zum Barockgarten wieder aufgestellt.
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