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Als am 6.August 1685 eine der Wiegen Dresdens, das
rechtselbische Altendresden, hervorgegangen aus einer sorbischen
Siedlung auf dem heutigen Terrain des Neustädter Marktes, durch einen
Brand in der Tischlerwerkstatt des Tobias Edler bis auf 20 Häuser
abbrannte, war auf viele Jahre die Urbanität dieses Stadtteils fast
erloschen, denn 370 Häuser wurden dabei zerstört.
Wolf Caspar von Klengel, von Kurfürst Johann Georg II zum
Oberinspektor der Fortifikations- und Zivilgebäude ernannt und von dessen
Nachfolger Johann Georg III später zum Oberkommandanten der Festungen Neu-
und Alt-Dresden befördert, plante eine Erneuerung Altendresdens nach
modernsten städtebaulichen Erkenntnissen. Ein Zentrum strahlenförmig
ausgehender Straßenachsen sollte der Macht des Landesherren Ausdruck
verleihen.
Darüber verstarben Landesherr und Bauplaner, denn als August der Starke 1694
die Landesherrschaft übernahm, waren von den beim Brand zerstörten Häusern
erst 144 wieder errichtet worden. In dessen Auftrag ging der Nachfolger
Klengels, Christoph August von Wackerbarth an den endgültigen Wiederaufbau.
Die Königstraße, hinführend zu Augusts "Porzellanschloß", dem Japanischen
Palais, entstand und damit einer der großartigsten Boulevards. Auf Geheiß
des Königs erhielt der neue Stadtteil nun den Namen Neue Königstadt, heute
vereinfacht Neustadt und geteilt in die Innere und Äußere Neustadt.
Das Königstraßenviertel als Teil der Inneren Neustadt, vom Bombenangriff
verschont, über 40 Jahre vernachlässigt , weil zum Abriss vorgesehen, stellt
heute das einzige noch erhaltene barocke Wohn- und Geschäftsquartier
Dresdens dar.
In den Jahren nach der Wiedervereinigung nach den Maßgaben der Denkmalpflege
vorbildlich restauriert, entwickelt es sich zu einem noblen Kaufviertel mit
inhabergeführten feinen Geschäften, Boutiquen und interessanten
Spezialitäten-Restaurants. Aber auch Rechtsanwälte, Notare und Arztpraxen
haben sich hier etabliert. |