Bereits im Jahre 1946 gab es erste Pläne für den
Wiederaufbau der Frauenkirche. In den Wintermonaten 198/49 fanden
sorgfältige Untersuchungen und die ersten Bergungen von ca. 600 Kubikmetern
Steine statt. Die wieder verwendbaren Steine wurden mit Hilfe einer Feldbahn
auf die Salzgasse gebracht und dort eingelagert. Es waren insgesamt 6856
Steine, jedoch bestand die Kirche aus ca. 60.000 einzelnen Steinen.
1962 drohte der Ruine die Abrissbirne und somit das Ende der Frauenkirche.
Zum Glück fehlte der DDR die knapp 1 Million Mark zum Abriss, die Ruine war
gerettet. 1966 beschließt der Rat der Stadt Dresden die Frauenkirche als
Mahnmal gegen den Krieg zu erhalten.
Bis 1990 prägte der Schutthaufen mit seinen Türmen das Stadtbild. Gleich
nach der Wende rief eine Dresdner Bürgerinitiative unter Leitung von Prof.
Dr. Ludwig Güttler zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Am 14. März
1990 gründete sich die "Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaues der
Frauenkirche Dresden e.V.".
Der Dresdner Stadtrat stimmt dem archäologischen Wiederaufbau der Kirche zu.
Bis 1994 dauert die Enttrümmerung der Ruine. Währenddessen kommt es zu
sensationellen Funden, wie am 1. Juni 1993, es wird das Kuppelkreuz
geborgen. Relativ gut überstanden hat es inmitten von Steinen und Schutt
überstanden. Auch der Sandsteinaltar aus dem Jahre 1739 ist in relativ gutem
Zustand erhalten.
Am 27. Mai 1994 übergibt der Oberbürgermeister Herbert Wagner die
Baugenehmigung, damit beginnt offiziell der Wiederaufbau der Kirche mit dem
Setzen des ersten Steines. Bereits nach zwei Jahren Bauzeit wird im August
1996 die Unterkirche geweiht.
1998 werden im Kircheninnern die Regelpfeiler in einer Höhe von 18 Meter
fertig gestellt. Als Zeichen der Versöhnung übergibt der Herzog von Kent vom
britischen Freundeskreis "Dresden Trust" das neue Kuppelkreuz.
Im Juni 2001 wird die inner Sandsteinkuppel fertig gestellt. Das 95
Tonnen schwere Großfundstück "Schmetterling" wird am 10. August 2001 an
seine alte Stelle im Nord-Ost-Turm gehoben.
In 40 Meter Höhe beginnt am 13. Mai 2002 der Bau der steinernen Glocke,
der bis im Juli 2003 mit dem Setzten des letzten Steines vollendet wird. Am
2. Mai 2003 werden in der kompletten Innenstadt vor Zehntausenden
Schaulustigen die 7 neuen Glocken geweiht. Seit September 2003 thront die
Kuppel wieder ohne Gerüst über die Silhouette der Stadt.
2004 fallen auch im Kircheninnern die Gerüste, es wird erstmals die
barocke farbliche Gestaltung sichtbar. Am 13. April 2004 wird der letzte
Stein in 78 Meter Höhe gesetzt, nun fehlt nur noch die Haube mit dem
Kuppelkreuz.
Die äußere Vollendung der Kirche wurde mit dem Aufsetzen der Turmhaube am
22. Juni 2004 vollzogen. Es kamen zu dem Ereignis ca. 60.000 Dresdner und
Gäste aus aller Welt. Die letzten Gerüste werden bis Ende Juli 2004 fallen,
dann hat Dresden seine Frauenkirche wieder. |