Vom Schlossplatz führt die von der Skulpturengruppe "Die vier Tageszeiten" von Johannes Schilling gezierte Freitreppe auf die Brühlsche Terrasse, die sich über dem Elbufer auf den Resten der Dresdner Festungsanlagen erstreckt. Die verdankt ihren Namen dem sächsischen Minister Graf Heinrich von Brühl (1700 - 1763), der das Gelände zum Geschenk erhielt und es in einen privaten Lustgarten umwandelte. Nachdem dieser 1814 öffentlich gemacht wurde, avancierte er bald zur beliebten Flaniermeile mit berühmten Cafés und erhielt den Namen "Balkon Europas" - auch heute noch berechtigt, wenn man hier einen Kaffee genießt. Von der Terrasse führt eine Treppe hinab zum Zugang zu den wieder freigelegten, im 16. Jahrhundert entstandenen Kasematten.
" . . . Auf der Brühlschen Terrasse - dem Balkon Europas - nahmen viele Abschied, und viele erkannten sich wieder. Hier saß Turgenjews "Onkel" aus dem Roman "Väter und Söhne" - Erinnerst Du Dich? - und er ließ die Sonne auf seine gepflegten Hände scheinen, die zu leben
verpasst hatten; und es blickte von hier Caspar David Friedrich oft durch das nächtige Schneetreiben auf den Strom, wo sich das Eis knirschend aneinanderstieß. Es lehnen Alte und Verliebte heute wie immer eng beisammen an den Geländern und schauen auf die Brücke, die aus der Neustadt herüberschwingt, und auf das Ufer, wo schon die letzten Schiffe landen, und wissen doch lange nicht mehr, was sie sehen. Gute Nacht, möchte ich ihnen zurufen, wenn ich vorübergehe, gute Nacht, ihr lieben Leute alle!"
Martin Raschke (1935) aus seinem
Brief an einen lieben Freund
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